Gili (Julius) Köhl, Bürger von Chur

Die Stadt Chur führte ab 1540 ein Einbürgerungsbuch. In diesem Buch ist auf der Seite 32, im Jahr 1564, folgendes vermerkt: Gily Külch der Wyssgärber (Gili Kölen, Weisgerber) und sein Sohn Arnold werden für 25+3 Gulden eingebürgert. Eine andere Quelle berichtet dass ab 1576 ein Gili Köhl in Chur Söhne und Töchter hatte. Dies konnte in den Taufbüchern aus dieser Zeit bestätigt werden.

Das Gili (Julius) seinen Sohn den Namen Arnold gab ist ebenfalls ein wichtiges Indiz auf dessen Herkunft, da oft der Name des Vaters (Arnold de Rogister) oder Grossvaters einem der älteren Söhne vergeben wurde.

In einer Abschrift des original Taufbuches, erstellt um 1660, sowie im Wappenbrief von 1684 wird dann Anstelle von Gili der Name Julius verwendet. Julius ist eine Variante des Namens Gili, Gilly oder Gyly. Gili könnte aber auch der Rufname für Julius gewesen sein. In anderen Einträgen wurde auch der Name Juli anstelle von Gili verwendet.

Julius de Rogister änderte vor seiner Einbürgerung nicht nur seinen Nachnamen, sondern auch seinen Vornamen. So wurde aus Julius de Rogister der Weissgerber Gili Külch und kurze Zeit später Gili Köl. Zur besseren Übersicht wird im Folgenden immer die Schreibweise Köhl verwendet.

Als Bürger von Chur konnte er auch Mitglied einer Zunft werden und hatte das Recht auf ein Wappen. Auf diesem Wappen ist eine Osterfahne tragendes Osterlamm abgebildet. Dieses einfache Wappen wurde bis 1684 verwendet und ist noch heute am Türeingang eines Wohnhauses am Metzgertor sowie auf drei Grabplatten im Stadtgarten (Köhlsche Familiengräber im Churer Stadtgarten) zu finden. Gemäss der Zeichnung von Johann Rudolf Amstein wurden schon früh im Wappen die beiden Farben blau/weiss verwendet

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Das Einbürgerungsbuch der Stadt Chur (StAC, ABIII P31.001)


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Der Eintrag auf Seite 32 (StAC, ABIII P31.001)