Das Köhlsche Wappen

Wappen sind erbliche Abzeichen von Personen, Geschlechtern und Korporationen. Sie entstanden im 12. Jahrhundert aus Erkennungszeichen und Siegelbildern. Zunächst kamen Wappen nur im Uradel vor. Im 12. Jahrhundert entwickelte sich in Frankreich das Turnier, ein Kampfspiel, das sich in der höfischen Ritterkultur von Frankreich aus über ganz Europa verbreitete. Beim Turnier gingen zwei mit Lanze und Schild ausgerüstete Ritter (Einzelkämpfer) aufeinander los. Für die Einhaltung der strengen Regeln sorgte der Herold. Dieser überprüfte auch die Echtheit des Wappens auf dem Schutzschild. Der Schild war eine Schutzwaffe, daher ist das Wort "Wappen" aus dem Wort "Waffen", englisch "weapon", entstanden. Aus dem Wort Herold ist dann der Begriff "Heraldik" hervorgegangen. Heraldik = Wappenkunde.[30]

Der Wappenschild wurde nach bestimmten Regeln eingeteilt. Im 14. Jahrhundert führten auch Bürger und Bauern diesen adeligen Brauch ein. Da die Eidgenossenschaft nie eine Monarchie war, gab es bei uns auch keine Adeligen, sondern nur Verdienstadelige. Nachdem auch Bürgern und Bauern öffentliche Ämter in den Gemeinden und auf dem Lande übertragen wurden und amtliche Schriftstücke mit Unterschrift und Siegel versehen werden mussten, liessen sie von Heraldikern ein Wappen mit einem persönlichen Symbol anfertigen, um so der Siegelpflicht zu genügen.

Zum Wappenschild trat um das 16. Jahrhundert der figürlich aus gestaltete und prächtig ausgeschmückte Helm hinzu. Das Gesamtbild eines Wappens besteht aus Schild, Helm, Helmzier und Helmdecke.

Von grösserer Bedeutung waren für die Bürger und Bauern jedoch die sogenannten Hauszeichen. Die Hauszeichen bestanden aus Buchstaben und Monogrammen mit Heils- oder Zauberzeichen. Durch Aufnahme dieser symbolischen Zeichen zu echten Wappenfiguren in einen Schild und durch eine entsprechende heraldische Farbgebung entstanden auf diese Weise auch Familienwappen.

Quellen:

30: Familiengeschichte Kunfermann, Roland Kunfermann, 1999

31: Wappenbrief Bernhard Köhl, Bischof Ulrich de Mont, 1684, StAGR

Das Wappen seit 1564

Seit der Einbürgerung von 1564 verwendeten die Churer Köhl ein Wappen mit einem weissen, eine Osterfahne tragendes, Osterlamm. Dieses Wappen ist heute in Chur an der Hausfassade des Prixinenhauses am Arcas 3 zu sehen. Auch ist dieses Wappen auf 2 der Grabplatten im Churer Stadtgarten zu sehen.

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Das Wappen der Adelsfamilie Köhl

Wappen der Adelsfamilie Köhl: «Geviert; 1 gespalten von Schwarz und Silber; 2 und 3 in Blau ein weisses, eine Osterfahne tragendes, zur Mitte hin schreitendes Osterlamm, 4 gespalten von Silber und Schwarz».[31] Dieses verbesserte Köhl-Wappen ist heute in Chur an der Hausfassade am Casinoplatz 1 zu sehen. Auch ist dieses Wappen in der Wappengalerie im Rathaus Chur zu finden. Und natürlich auf dem Wappenbrief von 1684 und dessen Abschriften.

Dieses verbesserte Wappen wurde von den erblichen Nachkommen des Bürgermeister Bernhard von Köhl noch bin ins 19te Jahrhundert verwendent.

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