Stammtafel SCAP Capeller Chur

Stammtafel der Fam. Capeller von Chur

Stammtafel SCAP

Die Capeller stammen aus Brunn in Niederösterreich. Georg Wilhelm von Capeller wurde zu Gross-Umstadt in der hessischen Provinz Starkenburg geboren. Es ist nicht bekannt was ihn bewog, nach Chur zu ziehen. Vermutlich arbeitete er in der Apotheke Vedrosi am Kornplatz, die den Namen "Zum Auge Gottes" führte und vermutlich bereits um 1720 von der Familie Vedrosi betrieben wurde. Die einstmals stattliche Liegenschaft soll ursprünglich zum Gebäudekomplex des nahegelegenen Nicolai-Klosters gehört haben und war 1726 und 1733 zum Teil im Besitz des Arztes und Stadtammann Dr. med. Ulrich Reidt. Ein weiterer Teil scheint die Familie Vedrosi besessen zu haben. Reidt verkaufte 1769 seinen Anteil an der Liegenschaft an den Feldscherer Maximilian Schorsch.

1788 heiratete Georg Wilhelm Anna Vedrosi (1765-1836). Das Paar wurde von Pfarrer Bernhard Terz getraut, welcher mit Anna Vedrosi verwandt war. Ein Urahn der Anna, Johann Jakob Vedrosi (1624–1706), war Antistes zu St. Martin in Chur und ein weit über die Grenzen Graubündens bekannter Theologe. Ihr Vater, Ratsherr und Apotheker Martin Vedrosi (1733–1785), vererbte ihr 1785 die Apotheke Vedrosi. Georg Wilhelm erwarb 1795 das Churer Bürgerrecht1 und wurde wohl auch Dank seiner Ehefrau Anna bereits 1798 in den Stadtrat aufgenommen und sass bis 1827 in demselben. Die Erben von Maximilian Schorsch verkauften ihren Teil an der Liegenschaft 1804 an Georg Wilhelm, wodurch das gesamte Haus im Besitz der Familie Capeller war. Sein Sohn Martin (1797–1868) übernahm die Apotheke und wurde 1842 zum Bürgermeister von Chur gewählt. Dessen Sohn Georg Wilhelm (1833–1919) war ebenfalls Apotheker und brachte es zum Ratsherrn, zweiten Bürgermeister und Bezirksgerichtspräsidenten. Nach seinem Tod, allenfalls aber auch schon früher, wurde die Apotheke aufgelöst. Der vierten Generation der Capeller gehörte der Kreispräsident Martin Rudolf an, der auch wiederholt im Stadtrat sass und 1937 im Besitz des Hauses am Kornplatz 12 war. Das imposante Haus der Familie von Capeller am Kornmarkt musste in den sechziger Jahren einem Neubau weichen. Das Einzige, das noch an Georg Wilhelm Capeller und seine Nachkommen erinnert, ist das in Stein gehauene Wappen, das die neuen Besitzer der Liegenschaft an einer der Aussenmauern anbringen liessen. Angehörige der Familie leben in anderen Teilen der Schweiz, aber keiner von ihnen übt noch den Beruf des Apothekers aus.

Stammtafel der Fam. Capeller von Chur

Quellen:

  • Mez, Lydia: Die Familie der Capeller, Verein der Freunde des Bergbaues, Mitteillungen 55, 1/1991
  • Kirchenbücher von Chur, StadtAC, AB III/S 13.01-19.
  • Geschichte des Churer Stadtrates 1422-1922, Valèr Michael, 1922, RL39, S110 ff
  • StadtAC, N 159.020: Haus- und Familienbuch Terz.
  • StadtAC, N 252: Köhl, Markus: Stammtafeln Churer Bürgerfamilien.
  • Einbürgerungsbuch der Stadt Chur, StadtAC, AB III/P 31.01, S. 357, 13.3.1795.


Impressum und rechtliche Hinweise

Wappen-Capeller.jpg

Anlässlich der Aufnahme als Zunftmeister liess Johann Georg Capeller sich eine Wappenscheibe malen. Vgl. Maissen: Wappen, 2007, S. 111–112. (Wappenscheibe Rathaus Chur, Foto StadtAC, 2024)


1920-Capellerhof-F 09.001.181.jpg

Der Capellerhof, 1920. Am Erker Links im Bild ist das Familienwappen der Capeller erkennbar. (StadtAC, F 09.001.181, Sammlung Salzborn)


Emblem-LM-2733.100.png

Emblem der Apotheke "Zum Auge Gottes". Das Wappen der Familie Capeller ist darauf gut zu erkennen. (Schw. Landesmuseum, LM 2733.100)