Christian Köhl (1746-†~1818) - der Unruhestifter

Zur selben Zeit lebte ein weiterer Christian Köhl in Chur. Dieser war der Sohn vom Churer Brunnenmeister Köhl Friedrich und entstammte der Linie des Gerbermeister Köhl Anthony. Christian ging bei seinem Vater ur Lehre und trat 1780 der Schmiedezunft bei. Im Gegensatz zum Wachtmeister Chrisitian Köhl viel Glaser Christian Köhl durch seine franzosenfeindliche Haltung und seinen Hang zum Wein mehrfach auf.

Er geriet öfters mit dem Gesetz in Konflikt: 1797 wurde er vom Churer Siebnergericht zusammen mit dem Modeschneiders Christian Scherich über das geplante Jägercorps (Berittene Soldaten) befragt[1]. Auch wurde er vom Siebnergericht verhört da er mit einem Stutzergewehr im Kaffeeladen des Thöny Jan erschienen war. Kurz darauf wurde er verwundet und im Rathaus inhaftiert[2].

Anfangs 1799 lief zudem eine Vaterschaftsklage gegen ihn, er soll eine Magd geschwängerten haben. Er schien Chur verlassen zu haben und wurde in Bellinzona verhaftet. Kurz darauf verärgerte er die Stadtbehörden als Initiator der Maskerade von Chur[3]. Er musste sich deswegen vor Gericht verantworten, flüchtete aber vorher aus Chur. In Abwesenheit wurde er verurteilt und unter Androhung der Todesstrafe des Landes verwiesen[4]. Er kehrte nicht mehr nach Chur zurück.

Ehefrau: keine
Kinder: 0
Beruf: Glaser
Zunft: Schmiedezunft

Quellen:

1: StAC A II/2.0953

2: StAC A II/2.0944

3: Akten der provisorischen Landesregierung, 1799, StAGR B II/02.0540

4: Urteile im Maskeradeprozess vom 23.April 1799 gegen die Akteure der Maskerade vom 5. Februar 1799: Christian Köhl, Glaser; Scherich, Modeschneider aus Heilbronn, StAGR B II/02.0741